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Social Media — Wieso muss man sich um seine Fake Accounts kümmern?

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Social Media ist ein Mysterium oder? Vor kurzen schrieb ich einen kurzen Blogartikel über “Twitter — Fake Accounts entdecken” [1]. Daraufhin ergaben sich Diskussionen unterschiedlicher Richtung. Eine Richtung fragte nach, wieso dies wichtig ist. Also warum soll ich mir Gedanken machen, ob meine Follower nun nach dem Schwarz/Weiß-Prinzip “echt” oder “unecht” sind? Selbstverständlich sind Fragen immer berechtigt. Nur meine Antwort muss dafür passend sein. Und genau für diese passende Antwort benötige ich diesen Artikel. Dabei tangiere ich das Thema Reputation. Um diesen Artikel kurz & knackig zu lassen, verweise ich auf drei interessante Artikel rund um die Reputation:

  • “Wovon ein guter Ruf in erster Linie abhängt” [2].
  • “12 Reputationsfaktoren für das Online Monitoring nutzen” [3].
  • “Reputationsmangement: 11 ungewöhnliche Profil-Tipps” [4].

Von diesem kurzen und wichtigen Ausflug in Richtung Reputation zurück zum Thema. Bevor ich gleich antworte, will ich noch darauf hinweisen, dass ich mich auf Unternehmen konzentriere. Für private Social Media-Profile würde ich weniger strenge Anforderungen stellen als an Unternehmen bzw. Marken.

Welche Arten von Fake Accounts im Social Web existieren?

Diese jährlich stattfindende Studie [5] legt drei Gruppen von Fake Accounts in Social Media (konkret: Twitter) zu Grunde:

  1. Dealers = hackers or vendors who sell Twitter followers,
  2. Abusers = Twitter users who bought or had fake followers,
  3. Fake Accounts = created by dealers for selling followings or tweets business.

Somit sind inaktive Accounts keine Fake Accounts. Denn ein Fake Account der inaktiv ist, verdient kein Geld damit. Und Geld verdienen ist ein Ziel des Inhabers von einen Fake Account.

Wieso ist dies wichtig zu wissen, ob man als Unternehmen Fake Accounts hat?

Ist man als Unternehmen wie ich mit meinem Unternehmen webpixelkonsum in Social Media aktiv, dann doch öffentlich. Dies bedeutet, dass Dritte in mein Social Media-Profil “eintauchen” und “hinter die Kulissen schauen” können. Man kann sich Informationen einholen, wie sich ein Unternehmen auf einer Social Media-Plattform organisiert. Und exakt hier “liegt der Hase im Pfeffer” wie der deutsche Volksmund so schön sagt. Wenn man in aller Ruhe “hinter die Kulissen schauen” kann, dann kann man natürlich Unregelmäßigkeiten viel einfacher aufdecken. Ein Beispiel ist dieser prominente Fall aus dem letzten Jahr: “Das wundersame Follower-Wachstum der CDU” [6]. Mir geht dies nicht um diese erwähnte Partei, sondern um den soeben beschriebenen Fall der Einsicht in einen öffentlichen Account und wie schnell bzw. einfach dies ist. Man nutzt dafür einfache Dienste im Web [1]. Fertig!

Wieso sollten Unternehmen nun …

Blogger kennen die rechtliche Situation, dass man für alle Aktivitäten im eigenen Blog verantwortlich ist. Deswegen empfiehlt es sich zum Beispiel alle Kommentare vor Veröffentlichung zu kontrollieren oder weniger strikt “zu verwalten”. Konkret bedeutet dies vor allem für Unternehmen eine Menge an Aufwand, wenn man Kommentare will und zu lässt. Wären die rechtlichen Restriktionen nicht, dann müssten Unternehmen diesen Aufwand weniger oder gar nicht betreiben. Das selbe Prinzip gilt meiner Meinung nach auch für Social Media. Unternehmen sind auf Grund der rechtlichen Restriktionen verantwortlich, was sie zulassen und was sie nicht zulassen. Lassen Unternehmen also Fake Accounts zu, dann sind sie nicht dagegen, sondern unterstützen diese Fake Accounts sogar noch. Analog zu einem Spam-Kommentar im Corporate Blog. Dort würde einem Unternehmen niemals einfallen Spam-Kommentare zu genehmigen. Würden sie dies tun, wären sie möglicherweise mit unbequemen Fragen konfrontiert und geben gleichzeitig dem Spammer die Möglichkeit seine Botschaften zu verbreiten.

Zusammenfassung für Social Media — Wieso muss man sich um seine Fake Accounts kümmern?

Das Thema Fake Accounts wird so lange bestehen, so lange es dafür einen Markt gibt. Und dieser Markt ist gigantisch groß [7, 8]. Dieser existiert nur, wenn es ein Angebot und eine Nachfrage danach gibt. Dieser Artikel beleuchtete die Nachfrageseite, ob nun direkt oder indirekt. Wenn sich ein Unternehmen nicht um sein Follower-Management für Social Media [9] kümmert und Fake Accounts in Social Media duldet, dann unterstützt es indirekt diesen Markt. Die im Web angebotenen Tools können nicht die Arbeit automatisch abnehmen, aber Accounts anzeigen, die man als Unternehmen näher anschauen sollte. Auf die Problematik dieser Tools verweisen auch die beiden Artikel “Kaufen Promis Twitter Follower?” [10] von dem Blogger Heiner Tenz und “Twitter: Findet »FakeFollowers« wirklich die Fake-Follower?” [11] von dem Blogger Herbert Peck.

Ein ganz anderen Aspekt will ich bzgl. der Fake Accounts noch erwähnen. Insbesondere bei Einzel-Unternehmen/innen kann der Wunsch bestehen, dass man seine Follower bzw. Fans als Hintergrundbild freundlich erwähnen will. Jetzt stellen Sie sich vor, wenn auf einmal zwischen zahlreichen bekannten Gesichtern “leicht bekleidete Menschen” auf Ihrem Social Media Account auf dem Hintergrundbild zu sehen wären. Meinen Sie, dies wäre für die eigene Reputation förderlich?

Letztendlich muss man feststellen, was exakt Fake Accounts sind. Versteht man unter Fake Accounts gekaufte Fans oder sogenannte Spammer. Und handelt es sich um Spammer, dann sollte es doch dafür rechtliche Restriktionen geben. Diese sollten wohl den Umgang regeln und für Social Media gültig sein. Allein deswegen wäre es für Unternehmen klug sich mit diesem Thema auseinander zu setzen. Das Thema gekaufte Fans ist nur indirekt angesprochen, aber dieser Blogartikel “Fake-Follower oder die gefälschte Beliebtheit” [12] verweist bereits in seiner Überschrift darauf hin, dass es sich nicht lohnt Fans (=Fake Accounts) zu kaufen.

Wenn man jetzt grob die Anzahl seiner “echten” Follower auf zum Beispiel Twitter berechnen will, dann hilft diese folgende Abbildung von Daniel Zeevi (by Dashburst) [13] ungemein weiter:

Social Media — Twitter Followers by dashburst | webpixelkonsum

Als letzter Punkt folgt die Antwort auf die Frage “Wieso muss man sich um seine Fake Accounts kümmern?” in der Überschrift: Man sollte Fake Accounts einfach Fake Accounts lassen und sie in ihre Grenzen weisen, gerade für Unternehmen bzw. Marken gilt dies, wie dieser Artikel probierte näher zu bringen.

Und als allerletzter Punkt gibt es da noch Fake-Accounts, die interessant sind: “15 Twitter-Fake-Accounts, denen man folgen sollte” [14]. Tja, was soll ich hierauf sagen? Unsere Welt ist verrückt ;)

Schreiben Sie mir Ihre Meinung über dieses Thema: “Wieso muss man sich um seine Fake Accounts kümmern?” als Kommentar!

Quellennachweise

[1] Twitter — Fake Accounts entdecken
[2] Wovon ein guter Ruf in erster Linie abhängt | Stand: 3.8.2013
[3] 12 Reputationsfaktoren für das Online Monitoring nutzen | Stand: 3.8.2013
[4] Reputationsmangement: 11 ungewöhnliche Profil-Tipps | Stand: 3.8.2013
[5] Twitter underground economy still going strong | Stand: 3.8.2013
[6] Das wundersame Follower-Wachstum der CDU | Stand: 3.8.2013
[7] Social Web: Massive Zunahme von Fake-Fans prognostiziert | Stand: 3.8.2013
[8] Fake Twitter Followers Become Multimillion-Dollar Business | Stand: 3.8.2013
[9] Folgt!
[10] Kaufen Promis Twitter Follower? | Stand: 3.8.2013
[11] Twitter: Findet »FakeFollowers« wirklich die Fake-Follower? | Stand: 3.8.2013
[12] Fake-Follower oder die gefälschte Beliebtheit | Stand: 3.8.2013
[13] How Many Followers do You Really Have on Twitter? | Stand: 3.8.2013
[14] 15 Twitter-Fake-Accounts, denen man folgen sollte | Stand: 3.8.2013

Author: Ralph Scholze

Der Autor Ralph Scholze schreibt über die Themen Social Media und Social-Media-Marketing für Unternehmen. Dabei fokussiert er sich auf Twitter, Facebook und das Corporate Blog sowie auf das Content Marketing. In seinen Artikeln stellt er Trends und zahlreiche Tipps für den Social-Media-Alltag vor.

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