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Social Media — Stirbt der Manager bald aus?

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Gestern nahm ich an dem 1. Berliner Social Media Stammtisch teil [1]. Spannung lag im Vorfeld in der Luft. Immerhin wurde dieser Stammtisch von ehemaligen Kursteilnehmern organisiert. In der kurzen Zeit, die mir wegen der Zugverbindung zur Verfügung stand, kam eine sehr interessante Diskussion auf. Die Aussage war:

Social Media Manager/innen werden in naher Zukunft in Unternehmen obsolet sein, da alle Mitarbeiter/innen Social Media betreiben (müssen).

Schade! Die Diskussion hätte ich gern weiter aktiv geführt. Stehen mit dieser Frage aktuell zahlreiche Themen für Unternehmen auf der Tagesordnung. Fragen wie:

  1. Welche Aufgabe beinhaltet dieses Berufsbild?
  2. Soll Social Media eigenständig bleiben oder in die Unternehmenskommunikation integriert werden?
  3. Decken aktuelle Bildungsangebote das Aufgabengebiet ab?
  4. Müssen alle (!) Mitarbeiter/innen Social Media aktiv im Unternehmen beherrschen und täglich anwenden?
  5. Meine aktuelle Meinung über diese Aussage

    Social Media ist nicht Facebook. Facebook ist ein Teil davon. Und wenn wir über Social Media reden, dann reden wir von über 600 Kanäle oder habe ich diese Infografik [2] falsch verstanden? 600 Kanäle, wo sich die potenzielle Zielgruppe über das Unternehmen bzw. die Marke austauschen kann. Richtig ist, dass die Wenigsten von uns all diese Kanäle kennen bzw. virtuos mit ihnen umgehen. Oft endet dies im fokussieren auf ein paar wenige und bekannte Plattformen. Dazu gehöre ich. Mein Fokus liegt auf Facebook, Google+, Twitter, Instagram und Vine sowie das Blog. Daraus umgehend abzuleiten, dass diese “mit Links” zu verwalten sind, halte ich für eine gewagte Aussage wie einige Bespiele zeigen [3, 4, 5].

    Weiterhin setzt sich dieses Berufsbild aus dem Begriffspaar Social Media und Manager/in zusammen. Nach Gabler Wirtschaftslexikon bedeutet Manager/in ein “… Begriff für die Leitung eines Unternehmens” [6]. Deswegen hat für mich ein Social Media Manager/in die Verantwortung für alle Aktivitäten in Social Media. Sprich: Dieses Berufsbild entspricht einer administrativen Aufgabe. Dies heißt für mich, dass er oder sie folgende Aufgaben administrativ verantwortet:

    • Strategie
    • Kampagnen-Management
    • Content-Management
    • Community-Management
    • Monitoring
    • Reputations-Management
    • interne Schulungsmassnahmen
    • Online-Recht

    Diese Aufgaben beziehen sich auf die mobile Nutzung und auf die “klassische Nutzung”. Weiterhin weise ich darauf hin, dass Social Media extern und intern verwaltet werden muss. Intern wären dies zum Beispiel die Erstellung und Durchsetzung der Social Media Guidelines ([7] genauso interne Weiterbildungsmassnahmen wie Koordination von Agenturen. Deswegen existieren bereits jetzt zahlreiche Spezialisierungen wie zum Bsp. Mitarbeiter/in für

    • Social Media Marketing,
    • Social Media Kampagnen,
    • Social Media mobil,
    • Social Media Community,
    • Social Media PR.

    Dazu existiert von BITKOM eine sehr gute Übersicht [8].

    Zusammenfassung für Social Media — Stirbt der Manager bald aus?

    Die Aussage finde ich sehr anregend. Hintergrund war die stetige Zunahme der mobilen Nutzung des Internet [9, 10]. Neben Bestandsdenken (Erhaltung des Berufsbilds) gilt die gestellte Anforderung an Unternehmen sich zu ändern eben auch für das Berufsbild — Social Media Manager/in. Ich denke, dass alle Verantwortliche für Social Media aus den Fehlern der IT in Unternehmen lernen sollten. Denn auch die IT war notwendig. Dies war bekannt. Nur ihr Image in den Unternehmen hat galant formuliert extremes Verbesserungspotenzial. Die Situation war bzw. ist: Alle machen privat mit ihren Rechnern irgendetwas mit IT. Meinen deswegen die Aufgabe der IT-Manager/innen erledigen zu können. Ein ähnliches Bild haben wir auch bei Social Media. Privat nutzen sehr viele Menschen Social Media. Aber Social Media für Unternehmen unterscheidet sich davon erheblich.

    Was ich mir persönlich sehr gut vorstellen kann ist, dass der Social Media Manager/in der Online Unternehmenskommunikation unterstellt ist. Bestehen bleibt dieses Berufsbild.

    Eine andere Frage werfe ich ketzerisch in den Raum:

    Wo bleibt der Social Web Manager bzw. die Social Web Managerin?

    Wie denken Sie über die Frage: Social Media — Stirbt der Manager bald aus? Ich freue mich über eine anregende Diskussion. Schreiben Sie mir Ihre Meinung als E-Mail oder in einen Kommentar!

    Quellennachweise

    [1] 1. Berliner Social Media Stammtisch | Stand 6.11.2013
    [2] Social Media Prisma | Stand 1.11.2013
    [3] Twitter — IKEA scheint Twitter verstanden zu haben
    [4] Twitter — Telekom Deutschland scheint Twitter verstanden zu haben
    [5] Social Media — Ein Fahrplan für negative Beiträge
    [6] Definition: Management | Gabler Wirtschaftslexikon | Stand 6.11.2013
    [7] Teil 7 – Social Media Guidelines als Bestandteil des strategischen Managements
    [8] BITKOM — Anforderungsprofile an Social Media Berufsbilder [PDF] | Stand 6.11.2013
    [9] Social Media — Die Dynamik steigt. Die Interaktionen mit Unternehmen auch.
    [10] Facebook — Aktuelle Fakten, die für Unternehmen wichtig sind

Author: Ralph Scholze

Der Autor Ralph Scholze schreibt über die Themen Social Media und Social-Media-Marketing für Unternehmen. Dabei fokussiert er sich auf Twitter, Facebook und das Corporate Blog sowie auf das Content Marketing. In seinen Artikeln stellt er Trends und zahlreiche Tipps für den Social-Media-Alltag vor.

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Kommentare (2)

  1. Hallo Ralph !
    Ich hab mal wieder bei dir vorbeigeschaut und diesen Interessanten Artikel gefunden. Im Großen und Ganzen gebe ich Dir vollkommen Recht. Viele Menschen glauben, nur weil sie zu Hause mit einem PC in Netzwerken surfen, sind sie Social Media SEO oder Onlinemarketing Spezis. Ich bin aber auch immer wieder schockiert, bei meiner Jobsuche in dieser Branche welche Vorstellungen Unternehmen von diesem Berufsbild haben. Mal ein kleines Beispiel für eine aktuelle Stellenausschreibung http://bit.ly/1grH72C. Hier werden eierlegende Wollmilchsäue gesucht. Da ist auf jeden Fall großer Klärungsbedarf bei den Unternehmen von Nöten. Auf meinem letzten Stammtisch wurde ganz klar festgestellt, das es in Zukunft eine Spezialisierung in der Branche geben wird. Die Agenturen werden sich darauf einstellen müssen, nur noch eine Branche zu bedienen. Das erleichtert auch die Maßnahmenkataloge im Bereich Social Media SEO/SEM und Onlienmarketing. Grund wird sein, eine Liberalisierung des Europäischen Arbeitsmarktes. Bis dato hat das suchende Unternehmen nur die Möglichkeit, mehr oder weniger, Partner im eigenen Land zu finden, das wird sich aber in Zukunft ändern und damit fallen auch die Preise. Insofern wir eine Integration des Social Media Managers/in, in die Unternehmenskommunikation, wohl oder übel stattfinden. Die jetzige Spezialisierung in den Agenturen, die du angesprochen hast, ist meiner nach auch Notwendig. Zu viele Info´s und Neuerungen prasseln täglich auf diese Menschen ein. Das ergibt eine Unmöglichkeit der Aktualität für die/den Sachbearbeitern/innen. Ich kenne das mitlerweile selber. Im Rahmendes Aufbaues meines eigenen Projektes, ist die Recherche ein nicht enden wollender Fluß von Info´s, trotz Mithilfe einige guter Programme. Man muss das auch schließlich verarbeiten können. In dem Sinne Erste Regel aller Raumfahrer “Don´t Panic” Es grüßt die Eberhard

  2. Hallo Eberhard,

    ich habe mir gleich einen leckeren Kaffee gekocht, als ich Deine ausführliche Antwort sah ;)
    Auf jeden Fall danke ich Dir für Deine Antwort.
    Wie Du bereits selbst zusammenfasstes: Es ist ein Lernprozess.
    Im Artikel erwähnte ich die Berufsbezeichnung: Social Web Manager/in. Bisher finde ich diese nirgends konkret gesucht. Ich denke, dass auf Grund der geringen klaren Begriffsdefinitionen von Web 2.0, Social Web und Social Media die Aufgaben genauso ungenau sind bzw. durch aktives Lernen seitens der Unternehmen im Laufe der Zeit klarer werden.
    Vielleicht irre ich mich vollständig.
    Eventuell erleben wir doch den Untergang von Social Media, wenn die Automatisierung von Inhalten stark zunimmt. Dann benötigt man in der Tat keine Social Media Manager/innen mehr in Unternehmen. Wird dies passieren?

    Viele Grüße, Ralph

    P.S.: Danke für die Kaffeepause ;)

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