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Twitter Moments – Das neue Format auf #Twitter [Gastartikel]

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Inspiriert von einem Artikel auf diesem Blog [1] und der anschließenden Diskussion möchte ich hier meine ersten Erfahrungen mit „Moments“ auf Twitter wieder geben. Aktuell habe ich vier „Moments“ erstellt [2].

Was ist dieses „Moment“ von Twitter?

Mit einem „Moment“ kann ich Tweets hintereinander reihen. Es ist dabei unerheblich, ob ich eigene oder fremde Tweets benutze. Die Tweets werden einzeln in einer Liste angezeigt. Zusätzlich wird ein „Moment“ mit einer Überschrift, einer Beschreibung und einem Coverfoto versehen. So entsteht eine Mischung aus Liste und Artikel. Letztendlich handelt es sich dabei um das journalistische Trendformat eines „Listicle“ [3, 4].

Grundsätzlich werden die Fotos und Videos der gelisteten Tweets übernommen. In der Timeline ist ein „Moment“ am vorangestellten, gelben Blitz zu erkennen. Ein Klick auf das Textfeld rechts neben dem Cover öffnet den kompletten „Moment“. Wer auf den Blitz klickt, erhält nur eine Vorschau. Angeblich kann ich auch tagesaktuelle „Moments“ suchen. Diese Funktion fehlt leider bei mir bisher.

Wie erstelle ich einen „Moment“ auf Twitter?

Die Erstellung eines „Moment“ geschieht sehr intuitiv. Twitter selbst hat dazu eine gute Anleitung [5] veröffentlicht. Somit möchte ich mich auf Ergänzungen beschränken.

Den benötigten Tab findet man nicht auf der Startseite, sondern rechts oben im eigenen Profil. Ein Klick auf den Tab und es öffnet sich ein neues Fenster. Ganz rechts wird ein Button „Neuen Moment erstellen“ angezeigt. Bisher habe ich bis zu zehn Tweets in einem „Moment“ gelistet. Theoretisch entspricht dies der Möglichkeit von 1400 Zeichen zusätzlich den max. 250 Zeichen für die Beschreibung. Tweets kann ich nach Thema, Account oder eigenen Likes suchen. Ein Klick auf den Haken rechts oben und der Tweet ist ausgewählt. Wenn die Auswahl abgeschlossen ist kann ich die Reihenfolge nachträglich sortieren.

Ein besonderes Augenmerk muss man den Bildern schenken. Twitter möchte, dass man Bildmaterial für Mobile zuschneidet. Das Tool hierfür ist integriert und sehr einfach in der Handhabung. Bei mir wurden Bilder z.T. anschließend in verschiedenen Formaten je nach Gerät angezeigt. Lediglich das Coverfoto wird auch im Desktop in der mobilen Version gezeigt. Damit habe ich mir meinen letzten Moment etwas unsauber gestaltet.

Ich kann einen „Moment“ auch nach der Veröffentlichung bearbeiten oder erst als Entwurf abspeichern. Fortgeschrittene finden links oben weitere Einstellungen, die selbsterklärend sind. Beim Versand über Buffer wurde bei mir lediglich ein verkürzter Link veröffentlicht!!! Twitter bevorzugt spontane bzw. aktuelle Veröffentlichungen. Vereinzelt wurden nicht alle Bilder in den „Moment“ übernommen.

Reichweite und Interaktion

Hierzu kann ich keine statistisch gesicherten Angaben machen. Subjektiv gefühlt, entsprechen die Werte für meinen Account ungefähr denen eines Tweets mit Bild oder Video mit ansteigender Tendenz. Dies liegt mit großer Wahrscheinlichkeit auch daran, dass viele User noch nicht die Bedeutung des gelben Blitzes kennen und ihn für ein übliches Emoij halten. Weiterhin fehlen bisher die üblichen Influencer, die mit einem „Moment“ experimentieren bzw. darüber schreiben.

Nach derzeitigem Stand muss der Autor eines „Moments“ sich an die bisher bekannten Empfehlungen halten, um Erfolg zu haben: Gute Überschrift, gutes Coverfoto, gute Zuschnitte und gutes Timing. Bei der Auswahl der Hashtags in der Beschreibung bieten sich für dieses Format die in der Timeline links angezeigten Trends nahezu an. Nachträglich habe ich festgestellt, dass die Erwähnung bekannter Persönlichkeiten (z.B. @KaiDiekmann ) deren Tweets integriert wurden, sehr förderlich für die Reichweite sind, da diese zu aktuellen Themen häufig gesucht werden.

Für Wen und Was ist ein „Moment“ geeignet?

Die genannten Artikel [3, 4] geben bereits Hinweise auf mögliche Einsatzfelder. Damit erhalten Social Media PR-Manager und Journalisten ganz neue Möglichkeiten. Neben eigenen Veröffentlichungen ist auch das Kuratieren bzw. eine Mischung möglich.

Die Aktualität steht dabei stets im Vordergrund.

Denkt man etwas weiter, so bieten DIY-Anleitungen oder der Kundensupport gute Betätigungsfelder. Über die Tagesaktualität hinaus können zusammenfassende Berichte über einen Event oder den eigenen Urlaub tolle Ergebnisse liefern. Profis müssen dafür jedoch schon beim einzelnen Tweet die geplante Weiterverwendung im Hinterkopf haben. SocialMedia Examiner hat das promoten der eigenen Influencer vorgeschlagen [6]. Last but not least kann ich einen „Moment“ zur eigenen Profilierung nutzen, um z.B. in einer Art von Content-Recycling meine Expertise und langen Erfahrungen zu einem Thema darstelle.

Zusammenfassung für: Twitter Moments – Das neue Format auf Twitter.

Mit „Moments“ ist Twitter ein strategischer Coup gelungen, um die noch aus der SMS-Ära stammende Zeichenbegrenzung auszuhebeln ohne das Alleinstellungsmerkmal für den einzelnen Tweet aufzugeben. Reichlich Text und Bildmaterial lassen sich verwenden. Das Format ist sehr leicht zu erstellen und zu veröffentlichen. Die bekannten Punkte für Tweets müssen beachtet werden. Auf Tagesaktualität wird Wert gelegt, aber es sind auch viele weitere Einsatzfelder in der Zukunft denkbar.

Mit wachsendem Bekanntheitsgrad unter Medienschaffenden werden sich Reichweite und Interaktionen voraussichtlich von denen der reinen Bild- und Videotweets unterscheiden.

Wie denken Sie über Twitter Moment? Werden Sie Twitter Moment einsetzen? Wenn ja, dann schreiben Sie Ihre Erfahrung als E-Mail oder in einen Kommentar!

Quellennachweise

[1] Start einer neuen Ära von Twitter ab Montag
[2] Moments von Clemens Lotze | Stand 21.11.2016
[3] Medientrend Listicles: Halb Liste, halb Artikel | Stand 21.11.2016
[4] Wikipedia: Artikel zu Listicle | Stand 21.11.2016
[5] Erstellen eines Moments | Stand 21.11.2016
[6] How to Use Twitter Moments for Business | Stand 21.11.2016

Author: Clemens Lotze

Clemens Lotze ist zertifizierter Online-Redakteur, Social Media PR-Manager und Online-Marketer. Auf Twitter widmet er sich allen digitalen Themen zu den genannten Bereichen. Auf Facebook verlinkt er interessante Artikel insbesondere für KMU und Handwerk. Auf Google+ liegt der Schwerpunkt auf einer kritischen Betrachtung der Digitalisierung der Medien und ihre mögliche Schlussfolgerungen für Unternehmen.

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Kommentare (4)

  1. Bei Zielbar haben wir für unsere aktuelle Blogparade auch erstmals die Twitter Moments im Einsatz. Hierüber sammeln wir alle Tweets zu den teilnehmenden Beiträgen (https://twitter.com/zielbar_de/status/810072549652656128).

    Die Erstellung war relativ einfach. Das Bild musste allerdings für die korrekte Darstellung auf der Smartphone-App nochmals angepasst werden. So zumindest in der Desktop-Version. Direkt übers Smartphone habe ich noch keine Moments erstellt.

    Was ich etwas schade finde: In der mobilen Version geht der Menüpunkt “Moments” etwas unter. Er taucht nur über das Zahnradsymbol in der Liste auf. In der Desktop-Version ist er im oberen Bereich innerhalb eines Profils durchaus präsenter.

    Beste Grüße
    Steve

  2. Hallo Steve,

    danke für Deinen Kommentar und Deine Hinweise.
    Kannst Du etwas zu der Reichweite von Twitter Moments mitteilen?
    Ist sie höher gegenüber einem “normalen Tweet”?

    Beste Grüße
    Ralph

  3. Hallo Steve,

    tolle Idee!
    Das Problem mit den Bildern deckt sich mit meinen Erfahrungen. Bei mir war es nur umgekehrt.
    Die Mobile-Version wurde auch auf dem Desktop angezeigt.

    Schön finde ich, dass es jetzt direkt aus seiner Timeline heraus möglich ist, über das Symbol “…” unten rechts ein Tweet einem bestehenden oder in Arbeit befindlichen Moment zuzuordnen. Zusammen mit den neuen Video-Tweets “GoLive” und den zu erwartenden neuen “Vine-Feature” entstehen zahlreiche neue Möglichkeiten.

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